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FDP-Kreistagsfraktion setzt sich für die Elektrifizierung der Zollernbahn und die Verbesserung von Pünktlichkeit, Qualität und Komfort der Züge ein

16.03.10 Kreistagssitzung vom 15.3.2010

In der Sitzung der Kreistagssitzung am 15. März 2010 wurden Gegenwart und Zukunft der Zollernbahn erörtert. Dr. Gerstner, Geschäftsführer der NVBW, Herr Wolny, Referent im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, Herr Stier, Leiter Planung und Betriebsmanagement bei der DB ZugBus RAB sowie Herr Pfeffer, Leiter des Verkehrsmats beim Landratsamt berichteten über die aktuellen Schwierigkeiten und die Zukunftsplanungen. Im Hinblick auf Stuttgart21 ist die Elektrifizierung der Zollernbahn unerlässlich.

 

Nach eingehender Diskussion fasste der Kreistag mit Zustimmung aller FDP-Kreisräte folgenden Beschluss:

 

  1. Den Planungen zur Zollernbahn und den vorgesehenen Ausbaustufen wird zugestimmt.
  2. Der Kreistag des Zollernalbkreises fordert das Land auf, der dynamischen Entwicklung des SPNV auf der Zollernbahn gerecht zu werden, indem es bei allen Planungen und in den neuen Verkehrsverträgen berücksichtigt,
    a) auf der Grundlage der Regionalstadtbahn Neckar-Alb die Zollernbahn mit Stuttgart21 zu elektrifizieren um die Direktverbindungen über Tübingen hinaus zu erhalten und dem gestiegenen Fahrgastaufkommen durch größere Zugkapazitäten gerecht werden zu können,
    b) für eine rasche Lösung der Probleme mit den Neigezügen zu sorgen und bis zur Elektrifizierung möglichst bald zuverlässige Neigezüge einzusetzen,
    c) die Qualität und den Servicestandard zu erhöhen und bei Nichteinhaltung vertraglich zu sanktionieren.

 

Folgende langfristige Ausbaustufen sind vorgesehen:

  1. Elektrifizierung der Zollernbahn von Tübingen bis Albstadt-Ebingen
  2. Ausbau der Zollernbahn von Tübingen bis Albstadt-Ebingen für eine stündliche Durchverbindung der RE-Züge von Stuttgart
  3. Ausbau der Zollernbahn für eine halbstündige Regional-Stadtbahn

 

 

FDP-Fraktionsvorsitzender Dr. Dietmar Foth führte in der Diskussion aus:

Vorab möchte ich – bei aller berechtigter Kritik an den Neigezügen – darauf hinweisen, dass die Einführung der Neigezügen mit Direktverbindung nach Stuttgart und nur wenigen Stopps eine enorme Verbesserung war. Erst dadurch ist die Bahn überhaupt erst eine in Frage kommende Alternative nach Stuttgart geworden. A und O ist dabei eine Verbindung ohne Umsteigen in Tübingen.

 

Doch sonst gilt für die Neigetechnikzüge: Pleiten, Pech und Pannen. Es mangelt an Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Komfort und Klimatisierung. Kaum eine Woche vergeht ohne Ärger. Seit Monaten ist die Neigetechnik jetzt abgeschaltet und sogar der Fahrplan wurde an längere Fahrzeiten angepasst. Trotzdem: Auch die angepassten Fahrpläne werden nicht eingehalten. Für Fernreisende ist es täglich ein Vabanquespiel, ob sie den ICE um 07.51 bzw. 09.51 Uhr erreichen. Und für Berufspendler ist es wegen einzuhaltender Arbeitszeiten fatal. Bezeichnend waren vor kurzem die Worte eines Zugführers bei der Einfahrt in Stuttgart: „Heute erreichen wir Stuttgart Hauptbahnhof einigermaßen pünktlich“.

 

Ich sagte es. Das A und O ist eine Verbindung nach Reutlingen und Stuttgart ohne Umsteigen. Deshalb ist eine rasche Elektrifizierung im Hinblick auf Stuttgart21 unverzichtbar. Erfolgt diese, bietet Stuttgart21 große Chancen für den Zollernalbkreis. Erfolgt sie nicht, werden wird ganz abgehängt. Was dafür notwendig ist, ist in der Vorlage und im Beschlussvorschlag der Verwaltung alles dargelegt und von Herrn Pfeffer erläutert. Ich möchte das nicht wiederholen. Die Option auf Elektrofahrzeuge muss gezogen werden. Die Vision muss zur Wirklichkeit werden. Die Elektrifizierung von Tübingen bis Albstadt ist absolut vorrangig. Die FDP-Fraktion wird dem Beschlussvorschlag zustimmen.

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