Foyerwände der Stadthalle
24.01.10 Gemeinderat beschließt Gestaltung nach den Vorschlägen des Designers Gerd Baumann
In der Gemeinderatssitzung vom 20.01.2010 hat der Gemeinderat mit großer Mehrheit den Vorschlägen des Designers Gerd Baumann - trotz einiger kritischer Stimmen, unter anderem auch aus der FDP-Fraktion - zugestimmt. Die Wand wird mit Buchstaben verschiedener Größe, die sich zu Empfindungsworten (Interjektionen) wie oha, pssst, ollala, hui, juhe, wow zusammenfügen, gestaltet.
FDP-Fraktionsvorsitzender Dr. Dietmar Foth wies eingangs seines Statements darauf hin, dass es schwierig sei „Kunst zu bewerten“; dies rufe häufig unterschiedliche Meinungen hervor. Er bemängelte wie die Vorrederinnen Ute Theuer und Sabine Klaiber, dass Alternativvorschläge zur Gestaltung mit Buchstaben nicht präsentiert worden seien. So dann führte er aus:
„Der vorgesehenen Technik, nämlich versehen der Foyerwand mit hölzener Vorsatzschale miteingefrästen graphischen Darstellungen, können wir, die Mitglieder der FDP-Fraktion, zustimmen. Hierbei verlassen wir uns auf die Zusicherung, dass damit akkustischen Belangen voll entsprochen wird.
Wir stimmen auch zu der geplanten abstrahierten Darstellung von Früchten und Gemüse, wie es für die Restaurantwand vorgeschlagen wird.
Erhebliche Vorbehalte in Teilen unserer Fraktion gibt es jedoch in Bezug auf die Darstellung eingefräster Buchstaben, die sich zu Empfindungsworten aus dem Sprachgebrauch (Interjektionen) zusammenfügen:
Ist das nicht etwas platt? Und ist es nicht etwas, an dem wir uns satt sehen? - immerhin müssen wir damit die nächsten 30 Jahre leben. Eine Umfrage, die ich im Familien- und Bekanntenkreis durchgeführt habe, führte zu vielfältigen Reaktionen: Von „das ist ja unmöglich“, „da machen wir uns lächerlich“, „da kriegen wir eine juhe-Stadthalle“, also klarer Ablehnung, bis zu „mal was Anderes“ und „pfiffige Idee“, also positive Zustimmung, finden sich Einschätzungen.
Entsprechend sind auch wir fraktionsintern unterschiedlicher Meinung. Ich persönlich rate von der Verwendung von Worten bzw. Empfindungsworten, wie das die Künstler nennen, ab.
FDP-Stadtrat Peter Harich erklärte, dass er anderer Ansicht sei. Er appellierte, Mut zu zeigen und dem Profi (Gerd Baumann) zu vertrauen.
Der vorgesehen Technik und der Gestaltung der Restaurantwand stimmte der Gemeinderat einstimmig zu. Die getrennte Abstimmung, ob die Foyerwände mit Buchstaben und Empfindungsworten gestaltet werden soll, ergab 29 ja-Stimmen, 8 - nein-Stimmen und 2 Enthaltungen. Die FDP-Stadträte stimmten, mit Ausnahme von Peter Harich, mit nein.

